Ich höre was, was du nicht sagst
Wann hat Ihnen eine andere Person das letzte Mal aktiv zugehört? So dass Sie sich voll und ganz verstanden gefühlt haben, ohne Wenn und Aber? Vielleicht sind Ihnen durch das Zuhören einer anderen Person ganz neue Ideen für ein Thema in den Sinn gekommen, so dass Sie wie von selbst in den Lösungsmodus gewechselt sind?
Aktiv Zuhören will gelernt sein. Es folgt nach Blickhan einer Methode in sechs Schritten und ist demzufolge erlernbar. Befördert wird das Zuhören, wenn wir in einer Grundhaltung des Wohlwollens sind: Ich will den anderen wirklich verstehen. Damit signalisieren wir der anderen Person, dass wir an ihr Interesse haben. Diese Art des Zuhörens bereitet den Gesprächsboden für eine positive Kommunikation.
Durch Aktives Zuhören laden wir den anderen ein, sich zu öffnen und mitzuteilen, ohne dass wir unsere eigenen Geschichten oder Ideen (ungefragt) einbringen. Das kann schwerfallen, z. B. wenn wir selbst bereits Lösungen für ein Problem im Kopf haben und wollen, dass es zügig vorangeht. Doch durch dieses Verhalten begrenzen wir den anderen in seiner Eigenverantwortung. Wir verhindern, dass der Fragesteller selbst Wege für die Bewältigung einer Herausforderung findet. Eigene Ideen sind Teil von uns selbst und eine wichtige Voraussetzung, die anschließende Umsetzung motiviert durchzuhalten, auch wenn es Hindernisse gibt. Kommen die Lösungswege von außen, kann es sein, dass uns auf der Langstrecke die Motivation ausgeht.
Aktiv Zuhören bietet dem Gegenüber einen Reflexionsraum, die eigenen Gedanken zu ordnen und Optionen zu erkennen. Es unterstützt Menschen in ihrer Eigenverantwortung und dem lösungsorientierten Denken.
Gerade am Anfang des Aktiven Zuhörens spielen der Blickkontakt und die nonverbale Kommunikation mit Körpersignalen eine wichtige Rolle. Anschließend wird das Gehörte in geeigneter Art und Weise quittiert, im Sinne der sozialen Resonanz. Dabei geht es nicht um die Bestätigung des Gehörten. In der dritten Stufe wird nachgefragt, um die Aussagen inhaltlich zu verstehen. Danach spiegeln wir dem Partner mit eigenen Worten, was wir verstanden haben. Das Hören zwischen den Zeilen ist in der folgenden Stufe dran: Hier werden die wahrgenommenen Gefühle als Vermutung formuliert. Abschließend übersetzen wir das Gehörte in Ziele und Bedürfnisse und bieten es in Form einer Frage dem Gesprächspartner an.
Durch Aktives Zuhören kann es gelingen, zu verstehen, was der andere nicht explizit sagt, jedoch meint. In der Rolle des aktiven Zuhörers hilft man der sprechenden Person, Unbewusstes in ihr Bewusstsein zu holen und Worte dafür zu finden. Letztendlich stärkt es Menschen in ihrem Selbstvertrauen und befähigt sie, situativ ihr Bestes zu geben.
5. Oktober 2026

