Als Führungskraft positiv kommunizieren
Auch wenn Sie kein Handball-Fan sind, lohnt sich hin und wieder der Blick auf diese Wettkämpfe – aktuell der Handball-EM in Dänemark. Eine hochdynamische und faire Sportart verspricht spannungsvolle Unterhaltung. Und quasi nebenher kann man die Arbeit der Trainer im Umgang mit ihren Teams beobachten. Dabei werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Führungsarbeit deutlich – unmittelbar im Vergleich der spielenden Mannschaften. Und wir können sofort die Ergebnisse sehen.
Führung bedeutet hier – wie im Geschäftskontext – die für die jeweilige Position am besten geeignete Person aufzustellen. Es gehört ebenso dazu, das Zusammenspiel im Auge zu behalten und dabei das Miteinander zu überdenken. Neben der persönlichen Eignung rückt hierbei die Rolle im Teamgefüge ins Blickfeld. Auch die Herausforderungen im unmittelbaren Umfeld wahrzunehmen, ist spielentscheidend. Im Mannschaftsspiel bedeutet das, die eigene Aufstellung der gegnerischen Mannschaft anzupassen. Letztendlich geht es um die Frage: Auf welcher Position kann der jeweilige Spieler seine Stärken optimal ausspielen und somit zum Teamerfolg beitragen? Genau das zu kommunizieren, sorgt für Verständnis, gibt Halt und zahlt auf die Vertrauenswürdigkeit des Trainers ein.
Der Kommunikation vom Trainer zur Mannschaft kommt auch im Spielverlauf eine spielentscheidende Rolle zu. Trainer sind coachende Führungskräfte und haben für die Mannschaft eine Vorbildfunktion. Was sie emotional ausstrahlen, überträgt sich. Das erfolgt einerseits durch ihr Verhalten am Spielrand und anderseits über ihre Sprache. Aufgeregtes Hin- und Herlaufen, wildes Gestikulieren und lautstarke Kommentare in Richtung Spielleitung sprechen ihre eigene Sprache. Doch gibt das der Mannschaft psychologische Sicherheit für den weiteren Spielverlauf, gerade wenn Fehler auftreten?
Im Business-Kontext kann ein solches Verhalten die Menschen irritieren, frustrieren, wütend werden lassen oder auch in ihren Aktivitäten lähmen. Unangenehme Emotionen weisen uns (unbewusst) darauf hin, dass etwas im Argen liegt. Sie potenzieren sich und schränken in Folge unser Wahrnehmungsvermögen und unsere Kreativität im Umgang mit der Situation ein.
Das Spiel aufmerksam zu verfolgen und sich dabei emotional zu regulieren, vermittelt, hinter der Mannschaft zu stehen und ihr den Rücken zu stärken. Die Sprache setzt dem Ganzen das i-Tüpfelchen auf: Benennt der Trainer im Timeout zuerst, was gelungen ist, erhöht es die Wahrscheinlichkeit, dass das wiederholt wird. Und es macht Herz und Ohren auf für die klaren Worte danach, wenn es um wirksamere Strategien und dem Ausspielen der eigenen Stärken geht. Positiv zu kommunizieren, vor allem, wenn es nicht nach Plan läuft und die Spannung kaum auszuhalten ist, ist eine enorm wichtige Führungsqualität. Sie bewirkt, mit dem Blick auf die Realität, das eigene Vermögen ins Bewusstsein zu holen. Das gibt Selbstvertrauen, macht Menschen mutig und einfallsreich. Und das wird am Ende belohnt: Mit dem Wunschergebnis, neuen Erfahrungen und auf jeden Fall mit Verbundenheit sowie gegenseitigem Vertrauen.
26. Januar 2026

