Mit (mehr) Leichtigkeit schwierige Gespräche führen
Vielleicht haben Sie in nächster Zeit ein Gespräch zu führen, vor dem es Ihnen beim bloßen Gedanken daran graut? Doch wann genau bezeichnen wir ein Gespräch als „schwierig“? Was sind die Begleiterscheinungen, die uns zu dieser Bewertung führen?
Die Gründe für die Bezeichnung „schwierig“ können vielfältig sein. Sie können auf unangenehmen Erfahrungen aus der Vergangenheit im Umgang mit vergleichbaren Situationen beruhen: Unzufriedenheit mit dem Gesprächsverlauf, dem Gesprächsausgang oder auch den daraus resultierenden Konsequenzen können Ursachen sein, vor denen wir uns im Wiederholungsfall scheuen. Beim Gedanken an eine unangenehme Gesprächssituation kann es sein, dass die damals empfundenen Emotionen wieder hochkommen und unseren Blick auf das anstehende Gespräch negativ aufladen: Gefühle wie Ohnmacht, Hilflosigkeit, Scham oder auch Frust lassen Ängste vor dem nächsten Mal entstehen.
Auch könnte es sein, dass Erfahrungen in der Gesprächsführung fehlen, z. B. in der Konfliktbeilegung im Team. Hier sind Unsicherheit oder Stress Gefühle, die sich beim Gedanken an das Bevorstehende im Körper breit machen. Vielleicht meinen wir mit „schwierig“ aber auch den Gesprächspartner, an dem wir Verhaltensweisen wahrgenommen haben, mit denen wir selbst nicht umgehen können und die uns Energie kosten.
Egal, was uns im Vorfeld als „schwierig“ erscheint, es ist gut zu wissen, was es ist und wie wir in Zukunft besser damit umgehen. Wann ist ein im Vorfeld als schwierig bezeichnetes Gespräch gut gelaufen und zu Ihrer Zufriedenheit gelungen? Was waren die Gründe dafür? Was haben Sie im Vorfeld oder auch im Gesprächsverlauf getan? Genau diese Erfolgsstrategien kommen auf die „Haben-Liste“ und dürfen bei passender Gelegenheit unbedingt wiederholt werden. Gleichzeitig stärkt diese Reflexion unser Selbstbewusstsein im Umgang mit „schwierigen“ Situationen, denn wir wissen, dass wir ihnen gewachsen sind.
Aufbauend auf dem, was bereits da ist, geht es nun an die Liste der konstruktiven Bewältigungsstrategien. Eine gute Vorbereitung ist wesentlich für das Gesprächsgelingen. Die Vorbereitung hat hierbei mehrere Dimensionen: Zum einen kann es sinnvoll sein, sich anhand einer Checkliste auf die Inhalte vorzubereiten. Wenn notwendig, sollte man sich fehlende Kompetenzen aneignen. Zum anderen geht es um die emotionale Aufarbeitung dessen, was einem schwierig erscheint. Was genau befürchte ich und lässt mich nicht zur Ruhe kommen? Sich die damit verbundenen Gefühle klar zu machen, ist ein wichtiger Schritt, um sie in Folge situativ regulieren zu können. Es ist ebenso wichtig zu wissen, was ich mir in einer solchen Situation wünsche und was ich selbst dafür tun kann. Hierbei in Optionen zu denken ist besonders hilfreich für den späteren kreativen Umgang mit der Gesprächssituation. Auch kann es dienlich sein, sich im Vorfeld in die Situation des Gegenübers zu versetzen und einen Blick aus dieser Perspektive auf das Gespräch zu werfen. Vielleicht werden Ihnen dann Aspekte bewusst, die Sie bisher übersehen haben und die einen anderen Gesprächszugang ermöglichen. Darüber hinaus ist es hilfreich, die Stärken des Gegenübers ins Blickfeld zu holen: Was zeichnet diesen Menschen aus? Was schätze ich an ihm? Zu guter Letzt ist es äußerst nützlich, sich unmittelbar vor dem Gespräch positiv aufzuladen. Das bedeutet, sich bewusst etwas in die Wahrnehmung zu rufen oder zu tun, was durch und durch mit guten Gefühlen verbunden ist.
Sind Sie so vorbereitet und gestärkt, wird es immer besser gelingen, (schwierige) Gespräche mit mehr Leichtigkeit zu führen. Ich wünsche Ihnen genau dieses Erfolgserlebnis.
7. April 2026

